I did it OHLALA!
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Wir stehen am Ende der heurigen Fashion Revolution Week. Eine Woche, in der es gilt, auf die Produktion von Textilien und als Selber-Näherin wohl auch auf die Produktionsbedingungen von Stoffen aufmerksam zu machen. Ich habe viel Spannendes dazu gelesen und gesehen, Einblicke in Stoffproduktionen gewonnen und viel nachgedacht.
Mit dem selbst Nähen - was auf einen sehr sehr großen Teil meiner Kleidung zutrifft - setzt man dem schrecklichen Zustand der Textilindustrie ja schon was entgegen. Bei den Stoffen und Materialien lege ich Wert auf eine biologische und nachhaltige Produktion, regionale Stoffe - wie das Leinen aus Kärnten oder Oberösterreich - finde ich schlichtweg genial! Ich muss zugeben, dass ich nicht ausschließlich nachhaltige Stoffe und Zubehör kaufe, aber mittlerweile machen diese Stoffe den größten Anteil meiner vernähten Stoffe aus. Natürlich sind diese Stoffe teurer als herkömmliche, aber mir ist das wichtig. Verbunden mit der Überlegung, was ich bzw. wir wirklich brauchen, geht sich das für mich gut aus.
Ich möchte euch heute eines meiner aktuellen Lieblingsoutfits zeigen. Wo fange ich an? Am besten bei der Hose. Hosen nähen ist für mich ein eher schwieriges Unterfangen, da ich selten ohne Änderungen in einen Schnitt passe. Dieser Schnitt mit seinem tiefen Schritt, den Bundfalten und dem Gummibund oben stimmte mich sehr positiv, dass mir die Hose ohne großartige Änderungen passen wird. Und der Schnitt hat mich nicht enttäuscht - im Gegenteil, es ist eine Hose entstanden, die ich seit dem ersten Tag rauf und runter trage. Der Schnitt ist von Claire Massieu, heißt Courant und ich habe ihn letzten Sommer im Croundfunding der beiden Designerinnen für ihre erste Kollektion "La vie en ohlala" erstanden. Zu den gewählten Schnitten habe ich feine Etiketten bekommen, die ich in meine entstandenen Stücke einnähen kann. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich das Etikett sehe, ich finde es nämlich sooo schön!
Die Hose ist echt super! Ich habe sie aus einem total schönen Bio-Chambray in der Farbe Tabak, gekauft bei den Biostoffen aus Wien, genäht. Der leichte Stoff ist aus tabak und schwarz gewebt und hat so einen total schönen sanften Schimmer. Und er trägt sich echt unglaublich gut! Das Nähen klappte einwandfrei, der Schnitt ist raffiniert aber keineswegs kompliziert zu nähen. Was mir auch sehr gut daran gefällt ist, dass man die Hose sowohl aus Jersey als auch aus feinen oder festen Webstoffen nähen kann. Damit ist man mit einem Schnitt sehr flexibel im Look, den man haben möchte.
Sowohl die Farbe als auch der Schnitt sind erstaunlich kombinationsfreundlich. Es passen sowohl figurnahe Shirts, kastige Blusen als auch klassische T-Shirts dazu, drüber gehen Pulli, Cardigan wie Blazer.
Farblich passen blau, schwarz, taupe oder weiß perfekt - damit sind wohl 80 Prozent meiner Oberteile abgedeckt. Auch grün und türkis kann ich mir gut vorstellen, einzig grau passt von meinen Teilen nicht wirklich.
Diese vielen Kombinationsmöglichkeiten sind für mich total praktisch und ich finde so sinnvoll, denn ich möchte möglichst viele meiner Teile einfach dazu anziehen können und gut aussehen! :-)
Hier trage ich ein Swag-T-Shirt aus der Feder des Wiener Labels Fashiontamtam dazu, genäht aus einem der letzten Stoffe aus dem Stoffbüro. Streifen in meerblau und weiß, mit passendem Bündchen in meerblau. Bio-Qualität, designed und produziert in Deutschland. Den Schnitt des Shirts habe ich euch schon im November 2018 bei der 19nullsieben-Festwoche vorgestellt und ich liebe ihn noch immer. Einfach ein Klassiker, und dann noch mit Streifen. Hach!
Der Schal, den ich trage, hab ich auch aus einem Stoffbüro-Jaquard genäht, ebenso bio, designed von Petra Wünsche aka Pedilu und produziert von Albstoffe in Deutschland, exklusiv fürs Stoffbüro. Der Loopschal ist schon seit recht langer Zeit sehr oft im Einsatz, ich mag ihn total gerne.
Ja und die Jacke! Das ist ein Lisbon-Cardigan, den ich etwas verlängert habe. Vernäht habe ich Merino-Jersey und da wollte ich rundum gut gewärmt sein. Den Stoff habe ich bei Extremtextil gekauft. Ein Shop, den ich für Outdoor-Stoffe sehr schätze und auch die Merinostoffe sind ein Hammer. Die dünnsten Merinojerseys sind ein absoluter Wahnsinn (ich werde sie euch nochmal extra vorstellen) aber auch dieser hier, mit 270 Gramm schon recht dick und gut wärmend, ist kuschelweich und kratzt null. Wirklich null. Nicht mal das empfindliche Kind!
Die Merinostoffe von Extremtextil sind, soweit ich weiß, mit keinem Nachhaltigkeits-/Bio-Label ausgezeichnet. Gerade bei Merinowolle ist Mulesing ja ein großes Thema... Aber auf der Website steht in der Produktbeschreibung, dass der Hersteller sich bei der Tierzucht und bei der Produktion Nachhaltigkeit, ethische Verantwortung und Umweltfreundlichkeit oauf die Fahnen geschrieben hat. Also hoffe ich, dass ich hier ein gutes Produkt trage - ich habe mir aber vorgenommen, da nachzufragen und den Produktionsbedingungen auf den Grund zu gehen!
Die Qualität der Merinowolle ist jedenfalls großartig. Ich trage den Cardigan seit einem Jahr sehr intensiv - man sieht es ihm nicht an! Und dass ich den Schnitt vom Lisbon-Cardigan liebe, muss ich euch wahrscheinlich nicht erzählen. Ich hab euch ja schon ein paar Exemplare gezeigt. Als Anstecker trage ich das Logo des Österreichischen Frauenvolksbegehrens aus Holz, ein ganz tolles Teil von Waldstück aus Österreich. Auch ein wichtiges Thema.
Und hiermit schließe ich zur Fashion Revolution Week. I made my clothes, I did it ohlala, Waldviertler made my shoes und ich habe eine Idee, wo meine Stoffe herkommen.
Hose
Schnitt: Courant von Claire Massieu aus Deutschland
Stoff: Chambray tabak, gibt es derzeit noch mit Pünktchen oder auch in anderen tollen Farben, gekauft bei Biostoffe.at (Affiliate Links zu Biostoffe)
T-Shirt
Schnitt: T-Shirt #swag, kurzarm, von Fashiontamtam aus Wien
Stoff: Jersey von Stoffbüro, in Bioqualität von Albstoffe in Deutschland gestrickt.
Jacke
Schnitt: Lisbon Cardigan von Itch to Stitch, zum Testen kostenlos von der Näh-Connection auf Deutsch bekommen.
Merino Single-Jersey, 270 Gramm pro Quadratmeter, dunkelblau, von Extremtextil
Schuhe
G10 Chui in flachs, von der wunderbaren Österreichischen Firma Gea, die die Schuhe noch in Österreich produziert. Ich finde Passform, Fußbett und Qualität super, die Schuhe tun mir gut. Ich mag Aufmüpfigkeit, Ehrlichkeit und die Philosophie dahinter. Meine haben ein Komplettservice hinter sich, da waren sie wieder so gut wie neu und so trage ich sie nun schon viele viele Jahre! Wenn ihr Schuhe braucht - schaut zu Waldviertler Gea!
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Kommentare :
Tolle Sachen und du kommst sehr sympathisch rüber auf den Fotos! Ich finde es großartig, dass du dir auch über die Herkunft deiner Stoffe Gedanken machst. Sobald ich meine vor Jahren gekauften Stoffe abgearbeitet habe, werde ich auch viel nachhaltiger kaufen als davor. Liebe Grüße aus Wien, Juli
So viele, so tolle Kleidungsstücke .... und ja: GEA-Schuhe sind ebenfalls ganz großartig. Ich mag die Philosophie dahinter sehr.
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