19nullsieben

19nullsieben ist ein DIY Blog aus Wien.

I did it OHLALA!

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Wir stehen am Ende der heurigen Fashion Revolution Week. Eine Woche, in der es gilt, auf die Produktion von Textilien und als Selber-Näherin wohl auch auf die Produktionsbedingungen von Stoffen aufmerksam zu machen. Ich habe viel Spannendes dazu gelesen und gesehen, Einblicke in Stoffproduktionen gewonnen und viel nachgedacht.

Mit dem selbst Nähen - was auf einen sehr sehr großen Teil meiner Kleidung zutrifft - setzt man dem schrecklichen Zustand der Textilindustrie ja schon was entgegen. Bei den Stoffen und Materialien lege ich Wert auf eine biologische und nachhaltige Produktion, regionale Stoffe - wie das Leinen aus Kärnten oder Oberösterreich - finde ich schlichtweg genial! Ich muss zugeben, dass ich nicht ausschließlich nachhaltige Stoffe und Zubehör kaufe, aber mittlerweile machen diese Stoffe den größten Anteil meiner vernähten Stoffe aus. Natürlich sind diese Stoffe teurer als herkömmliche, aber mir ist das wichtig. Verbunden mit der Überlegung, was ich bzw. wir wirklich brauchen, geht sich das für mich gut aus.


Ich möchte euch heute eines meiner aktuellen Lieblingsoutfits zeigen. Wo fange ich an? Am besten bei der Hose. Hosen nähen ist für mich ein eher schwieriges Unterfangen, da ich selten ohne Änderungen in einen Schnitt passe. Dieser Schnitt mit seinem tiefen Schritt, den Bundfalten und dem Gummibund oben stimmte mich sehr positiv, dass mir die Hose ohne großartige Änderungen passen wird. Und der Schnitt hat mich nicht enttäuscht - im Gegenteil, es ist eine Hose entstanden, die ich seit dem ersten Tag rauf und runter trage. Der Schnitt ist von Claire Massieu, heißt Courant und ich habe ihn letzten Sommer im Croundfunding der beiden Designerinnen für ihre erste Kollektion "La vie en ohlala" erstanden. Zu den gewählten Schnitten habe ich feine Etiketten bekommen, die ich in meine entstandenen Stücke einnähen kann. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich das Etikett sehe, ich finde es nämlich sooo schön!


Die Hose ist echt super! Ich habe sie aus einem total schönen Bio-Chambray in der Farbe Tabak, gekauft bei den Biostoffen aus Wien, genäht. Der leichte Stoff ist aus tabak und schwarz gewebt und hat so einen total schönen sanften Schimmer. Und er trägt sich echt unglaublich gut! Das Nähen klappte einwandfrei, der Schnitt ist raffiniert aber keineswegs kompliziert zu nähen. Was mir auch sehr gut daran gefällt ist, dass man die Hose sowohl aus Jersey als auch aus feinen oder festen Webstoffen nähen kann. Damit ist man mit einem Schnitt sehr flexibel im Look, den man haben möchte.


Sowohl die Farbe als auch der Schnitt sind erstaunlich kombinationsfreundlich. Es passen sowohl figurnahe Shirts, kastige Blusen als auch klassische T-Shirts dazu, drüber gehen Pulli, Cardigan wie Blazer.

Farblich passen blau, schwarz, taupe oder weiß perfekt - damit sind wohl 80 Prozent meiner Oberteile abgedeckt. Auch grün und türkis kann ich mir gut vorstellen, einzig grau passt von meinen Teilen nicht wirklich.

Diese vielen Kombinationsmöglichkeiten sind für mich total praktisch und ich finde so sinnvoll, denn ich möchte möglichst viele meiner Teile einfach dazu anziehen können und gut aussehen! :-)


Hier trage ich ein Swag-T-Shirt aus der Feder des Wiener Labels Fashiontamtam dazu, genäht aus einem der letzten Stoffe aus dem Stoffbüro. Streifen in meerblau und weiß, mit passendem Bündchen in meerblau. Bio-Qualität, designed und produziert in Deutschland. Den Schnitt des Shirts habe ich euch schon im November 2018 bei der 19nullsieben-Festwoche vorgestellt und ich liebe ihn noch immer. Einfach ein Klassiker, und dann noch mit Streifen. Hach!


Der Schal, den ich trage, hab ich auch aus einem Stoffbüro-Jaquard genäht, ebenso bio, designed von Petra Wünsche aka Pedilu und produziert von Albstoffe in Deutschland, exklusiv fürs Stoffbüro. Der Loopschal ist schon seit recht langer Zeit sehr oft im Einsatz, ich mag ihn total gerne.


Ja und die Jacke! Das ist ein Lisbon-Cardigan, den ich etwas verlängert habe. Vernäht habe ich Merino-Jersey und da wollte ich rundum gut gewärmt sein. Den Stoff habe ich bei Extremtextil gekauft. Ein Shop, den ich für Outdoor-Stoffe sehr schätze und auch die Merinostoffe sind ein Hammer. Die dünnsten Merinojerseys sind ein absoluter Wahnsinn (ich werde sie euch nochmal extra vorstellen) aber auch dieser hier, mit 270 Gramm schon recht dick und gut wärmend, ist kuschelweich und kratzt null. Wirklich null. Nicht mal das empfindliche Kind!

Die Merinostoffe von Extremtextil sind, soweit ich weiß, mit keinem Nachhaltigkeits-/Bio-Label ausgezeichnet. Gerade bei Merinowolle ist Mulesing ja ein großes Thema... Aber auf der Website steht in der Produktbeschreibung, dass der Hersteller sich bei der Tierzucht und bei der Produktion Nachhaltigkeit, ethische Verantwortung und Umweltfreundlichkeit oauf die Fahnen geschrieben hat. Also hoffe ich, dass ich hier ein gutes Produkt trage - ich habe mir aber vorgenommen, da nachzufragen und den Produktionsbedingungen auf den Grund zu gehen!


Die Qualität der Merinowolle ist jedenfalls großartig. Ich trage den Cardigan seit einem Jahr sehr intensiv - man sieht es ihm nicht an! Und dass ich den Schnitt vom Lisbon-Cardigan liebe, muss ich euch wahrscheinlich nicht erzählen. Ich hab euch ja schon ein paar Exemplare gezeigt. Als Anstecker trage ich das Logo des Österreichischen Frauenvolksbegehrens aus Holz, ein ganz tolles Teil von Waldstück aus Österreich. Auch ein wichtiges Thema.


Und hiermit schließe ich zur Fashion Revolution Week. I made my clothes, I did it ohlala, Waldviertler made my shoes und ich habe eine Idee, wo meine Stoffe herkommen.


Hose
Schnitt: Courant von Claire Massieu aus Deutschland
Stoff: Chambray tabak, gibt es derzeit noch mit Pünktchen oder auch in anderen tollen Farben, gekauft bei Biostoffe.at (Affiliate Links zu Biostoffe)

T-Shirt
Schnitt: T-Shirt #swag, kurzarm, von Fashiontamtam aus Wien
Stoff: Jersey von Stoffbüro, in Bioqualität von Albstoffe in Deutschland gestrickt.

Jacke
Schnitt: Lisbon Cardigan von Itch to Stitch, zum Testen kostenlos von der Näh-Connection auf Deutsch bekommen.
Merino Single-Jersey, 270 Gramm pro Quadratmeter, dunkelblau, von Extremtextil

Schuhe
G10 Chui in flachs, von der wunderbaren Österreichischen Firma Gea, die die Schuhe noch in Österreich produziert. Ich finde Passform, Fußbett und Qualität super, die Schuhe tun mir gut. Ich mag Aufmüpfigkeit, Ehrlichkeit und die Philosophie dahinter. Meine haben ein Komplettservice hinter sich, da waren sie wieder so gut wie neu und so trage ich sie nun schon viele viele Jahre! Wenn ihr Schuhe braucht - schaut zu Waldviertler Gea!

Der maschingestrickte Cardigan

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Gestern habe ich es schon angekündigt, in meinem Post zum Maschinstricken. Heute zeige ich euch meinen genialen Cardigan aus selbst maschingestrickter Meterware. Aus wunderschönem Musterstoff - ein Fangpatent - aus reiner Merinowolle. Superedel. Kuschelig weich. Schön warm.


Ich habs gestern schon geschrieben. Ich bin nach der Knitting Session nach Hause gekommen und hab mich nicht getraut, zu nähen. Erst nach 2, 3 Wochen habe ich die Stulpen genäht. Aber dann war der Mut verbraucht. Ich traute mich nicht echt über einen Cardigan-Schnitt drüber. Hatte keine genaue Idee, wie ich am besten die Kanten versäubere. Wusste, dass man den Stoff nicht richtig bügeln darf, da sonst das Muster verschwindet und ganz flach wird. Und überhaupt - was, wenn ich den geilen Stoff versaue?! 

 

Zum Glück wusste ich einen Ausweg und der heißt Walter Lunzer. Ich habe einen Termin für seine Stitching Session gebucht und bin mit Stoff und meinen Wünschen losgezogen. Und das war eine gute Entscheidung.



In der Stitching Session haben wir zuerst die Möglichkeiten der Kantenversäuberung besprochen und ausprobiert - um sie dann über Bord zu werfen. Walter hat mich nämlich an die Puppe gestellt und gemeint, ich solle meinen Cardigan der Schneiderpuppe mal aufstecken. An der Puppe drapieren. Und ich sags euch, das ist genial! So ist dieser fantastische Schalkragen, der aus dem selben Stück ist wie die Vorderteile, entstanden, der so beim Stricken gar nicht geplant war! So haben wir festgestellt, dass wir die vordere Kante gar nicht versäubern müssen, da sich der Strick wunderbar einrollt. So ist mein Einzelstück mit unterschiedlich langen Vorderteilen entstanden.


Der längere Vorderteil ist im unteren Teil glatt gestrickt, das hatte ich für den Start vor dem Muster ausprobiert. Und an der Puppe hat das so genial ausgeschaut, dass ich es gleich so gelassen habe. Also schon versäubert, aber in der Länge unterschiedlich. Ebenso, also Ausgleich, die Ärmel. Der lange Ärmle auch in Kombination mit Muster und glatt gestrickt. Wenn es kühl ist, trage ich am Dreiviertelärmelarm meine Stulpen, im Frühling gehts auch so.


Ich freue mich extrem, dass in der Stitching Session so ein besonderes Einzelstück entstanden ist. Ich hab echt eine große Freude damit! 

Und für euch hab ich noch eine Überraschung: Falls ihr morgen oder übermorgen zum Schneiderei-Markt #Werbung. Ich bin eingeladen# geht - was ich euch wärmstens empfehle -, solltet ihr euch ein Exemplar des kostenlosen Magazins "Die Schneiderin" sichern. Da gibts noch was zum Thema! ;-)


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Stitching Session von Walter Lunzer
Info zu den genialen Stitching Sessions gibts hier, Anmeldung hier. Leider - aber ich kanns verstehen - sind die Termine für die nächste Zeit schon ausgebucht. Das war zu meinen Brautkleid-Zeiten noch anders. Aber die Stitching Sessions und Walter Lunzer sind genial, da zahlt sich das Warten auch aus. ;-)

Knitting Session von Veronika Persché
Hier gibts alle Infos zu den Knitting Sessions, hier gehts zu den nächsten, meist sehr begeehrten, Terminen. Veronika Persché veranstaltet ein paar Mal im Jahr ihre Knitting Sessions, es gibt aber auch andere Workshops mit ihr. Checkt das gleich auf ihrer Website!

Vom Maschinstricken

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Im Herbst habe ich bei Veronika Persché eine Knitting Session besucht. Stricken auf der Strickmaschine. Das war mein Geburtstagsgeschenk und es hat mir riesige Freude bereitet. Allein das Atelier von Veronika ist großartig. Viele verschiedene Strickmaschinen, Wolle farblich sortiert, gestrickte Wandbehänge, Strickstoffe... ich hab das Arbeiten in dieser ansprechenden Atmosphäre sehr genossen.


Am Mittwoch Abend gab es für uns - neben mir waren noch drei andere Frauen dabei - eine Einführung ins Maschinstricken. Die anderen hatten schon Erfahrung, alle besaßen selbst eine Strickmaschine und wollten mehr Vertrauen ins Tun bekommen oder wichtige Tipps und Tricks der Expertin einholen. Ich hatte bis dato noch nicht mal eine Strickmaschine aus der Nähe betrachtet - war also sehr neugierig. 


Am Donnerstag kaufte ich mir Merinowolle, 1000 Meter ganz feinen Faden in Anthrazit melange. Ich wollte mir Meterware für einen Cardigan stricken. In einer besonderen Farbe, in der ich nicht überall eine Strickjacke bekommen würde, die aber dennoch alltagstauglich ist und die ich viel tragen würde und gut kombinieren kann. 

Am Freitag Abend ging dann das Stricken los. Also nein, zuerst musste ich mir ein Muster aussuchen. Das fand ich recht schwierig, weil man da in einem Heft das Strickmuster auf einen kleinen Fläche sieht, in einer außergewöhnlichen Farbe... blassgelb, apricot oder babyblau. Ich habe ein so genanntes Fangpatent gewählt, das schaut in dem Heft so aus, wie ihr es hier unten seht, nur ein viel kleinerer Ausschnitt.


Die Rückseite schaut ganz anders aus, die besteht aus dreidimensionalen Rauten, was ich extrem toll finde. So habe ich bei meinem Cardigan diese Seite als rechte Seite gewählt. Beim Stricken auf der Maschine muss man allerdings schon einiges gestrickt haben, damit man diese Seite sehen kann, die ist nämlich auf der Unterseite beim Strickstück. 

Gestrickt habe ich Freitag Abend und am Samstag einige Stunden und das machte wahnsinnig viel Spaß! Das gewählte Muster wählt man bei der Strickmaschine aus und dann muss man nur mit dem Schlitten hin- und herfahren und das Muster entsteht von selbst. Faszinierend! Und wie schnell das geht, ich bin total hin und weg! Außerdem: Veronika ist eine tolle Frau, wahnsinnig kompetent, erfahren und so begeistert bei der Sache. Ansteckend begeistert! Ich glaube, wenn wir unseren Hof im Weinviertel mal halbwegs saniert haben, werde ich mir eine Strickmaschine zulegen. Denn so ein Stück braucht ja doch einiges an Platz. Man kann eine Strickmaschine zwar recht klein zusammenklappen, aber ich bin nicht der Typ, das alles immer her- und wieder wegräumt. Also brauche ich einen Platz, an dem das Maschinchen fix stehen kann. Aber erstmal träume ich noch!




Auf dieser Strickmaschine sind nicht nur einige Meter Strickstoff für meinen Cardigan entstanden (in einer Breite zwischen 40 und 60 cm, je nachdem für welchen Schnittteil das gedacht war). Sondern auch noch Stoffe für Stulpen. Da habe ich ein Norwegermuster gewählt und ein blassgelbes Woll-Viskose-Garn von Veronika zu meinem grauen Merino kombiniert. Ein umwerfender Stoff, finde ich! Ich liebe diese Stulpen!


Der Stoff für den Cardigan wurde so edel, dass ich mich nicht drüber traute, ihn alleine zu vernähen. Also war ich bei Walter Lunzer in seiner Stitching Session und habe mir Unterstützung geholt. Und das hat sich absolut ausgezahlt, der Cardigan ist toll geworden. Davon könnt ihr euch morgen überzeugen!

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Knitting Session von Veronika Persché
Hier gibts alle Infos zu den Knitting Sessions, hier gehts zu den nächsten, meist sehr begeehrten, Terminen. Veronika Persché veranstaltet ein paar Mal im Jahr ihre Knitting Sessions, es gibt aber auch andere Workshops mit ihr. Checkt das gleich auf ihrer Website!