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Frühlingsmantel und einiges zu Lernen

Kommentare


Schon seit langem möchte ich mir einen neuen (Winter)Mantel nähen. Einen dicken Wollstoff hätte ich schon zuhause - wenn nur nicht die Frage nach dem idealen Schnitt wäre. Im Herbst habe ich mir dann noch bei Zuleeg einen German Wool Tweed gekauft, mich endlich für einen Schnitt entschieden und einen Frühlingsmantel draus genäht. Und viel dabei gelernt. 

Aber vorweg: Ich finde den Mantel trotz aller Learnings tragbar und tue das auch mit Freude!


Genäht habe ich eine Jacke Marit aus dem La Maison Victor September/Oktober 2018, wobei ich ja die Länge eher als Mantel bezeichnen würde. Auf den Fotos und der technischen Zeichnung schaut der Mantel leicht A-förmig aus, eine Silhouette, die meiner Figur sehr entspricht. In echt ist das Ganze an mir allerdings sehr kastig und riesig, obwohl ich rund um die Hüfte auf die größere Größe geschwenkt bin, was die A-Silhouette ja verstärken müsste. Ich habe jedenfalls wieder mal festgestellt, dass mir solche kastigen Mäntel, so gut sie mir gefallen, nichts für mich sind. Ich brauche Mantelschnitte, die die Taille betonen. Und lieber keine überschnittenen Schultern (Von denen ich übrigens schon was weg genommen habe). Das wäre das erste Learning.

Daher habe ich bei meinem Mantel nicht die vorgesehe Knopfleiste gemacht, sondern einen Gürtel angebracht, mit dem ich den Mantel schließen kann, die Vorderteile überlappen dann. So wird meine Taille betont. Nachdem da dann recht viel Stoff ist, schaut das - so musste ich auf den Fotos feststellen - mäßig vorteilhaft aus. 

Vielleicht trägt zu diesem Oversitze-Feeling auch bei, dass ich wahrscheinlich einen dünneren Stoff vernäht habe, also von LMV vorgesehen. Denn ich habe mich genau an die Maßtabelle gehalten und so oversized schaut der Mantel an anderen nicht aus. Nächstes Learning zur Stoffwahl: Ganz genau schauen!



Bei meiner gekauften Winterjacke habe ich festgestellt, dass mir das mit den nun längeren Haaren, Schal und Kragen oder Kapuze schnell zu viel wird. Also habe ich den vorgesehen Kragen bei meinem Mantel weg gelassen. Und ich habe rausgefunden, dass das eine kragenlose Jacke/Mantel super für mich ist. Wenn es windig oder kühler ist, trage ich einen Schal oder ein Tuch dazu und es gibt trotzdem kein riesen Gewurschtel. Erfreulich!



Mit dem tollen Fischgrat-Wollstoff von Zuleeg, gewebt in Deutschland, kam dieses tolle Webettikett (nennt man das so?) mit. Mit solchen Dingen kann man mich mächtig beeindrucken, das muss ich sagen. Voller Freude hab ich dieses Label also in meinen Mantel genäht.

Dann habe ich gelernt, ein Futter hinzuzufügen. Der Schnitt sieht nämlich kein Futter vor, ich wollte aber unbedingt eins haben. Schon allein, damit ich den vorhandenen flaschengrünen Futterstoff mit seinem Perfect Match, dem Tweed, vereinen konnte. So kommt hier also auch noch #12ausdemstoffregal von Tweed&Greet in Spiel. Denn im Februar - da habe ich den Mantel zumindest genäht, auch wenn der Blogpost erst jetzt kommt - drehte sich alles um "Füreinander gemacht". Wer, wenn nicht diese zwei?


Nun mache ich mich also auf die Suche nach meinem (!) Mantelschnitt. Denn auch wenn ich den Mantel trage und mich wohl darin fühle - perfekt ist er für mich nicht. Was wäre perfekt? Tailliert, vielleicht ohne Kragen, wobei für tiefsten Winter auch eine Kapuze praktisch wäre. Oben und unten sollte man leicht zwischen den Größen wechseln können zwecks individueller Anpassung auf meinen Körper. Und wenn möglich mit weniger als 30 einzelnen Schnittteilen. Der Mantel soll schließlich bis zum Herbst fertig sein! ;-)


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Frühlingsmantel
Schnitt: Jacke Marit, La Maison Victor, September/Oktober 2018. Mit Änderungen, siehe Text.
Stoff: German Wool Tweed, Farbe Schneewittchen, von Zuleeg.
Accessoire: Ansteck-Pin für begeisterte Zeichner_innen von Sketchnote Love.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Hi!
Ich finde das die große Schleife irgendwie ablenkt und den Fokus sehr auf deine Körpermitte lenkt.
Vielleicht kannst du sie seitlich binden? Oder einen flachen Knoten machen.
Schade das du kein Ganzkörperfoto davon gezeigt hast, wie der Mantel ohne ohne Schleife fällt.
Ich könnte Mir vorstellen, das es doch ziemlich gut aussieht!
Toll, dass dein Futter anscheinend so gut in den Mantel passt!
Ich habe mir auch gerade zu einem Mantelschnitt ein Futter dazu gebastelt und leider ist das Futter 1 cm kürzer als der Mantel.
Dadurch zieht sich den Saum unten so blöd hoch und der Mantel ist etwas aus der Form geraten. Sehr ärgerlich! Ich kann mir das auch gar nicht richtig erklären. Ich habe versucht sehr sorgfältig zu arbeiten. Offenbar hat es nicht gereicht.
Deine beiden Stoffe passen tatsächlich hervorragend zusammen!
Liebe Grüße Christina

mamimade hat gesagt…

Hut ab!
Das ist keine Kleinigkeit. Offen sieht der Mantel, was man sehen kann, ausnehmend lässig aus. Mit Knoten würde ich ihn vermutlich nicht tragen. Das ruiniert viel, wie ich meine.
Die Näharbeit, das Innenfutter. Wow!
Ich denke, das ist wie mit einem Jeansmuster. Das dauert bis man alles weiß und beisammen hat.

Die Sache mit dem Schal-Kragen-Dilemma ist ja schon mal der volle Winner! Da quäle ich mich auch immer!
GLG
Susanne

19nullsieben hat gesagt…

Liebe Christina, liebe Susanne,
vielen Dank euch! Ja tatsächlich gibt es kein Fotos, wo der Mantel in voller Größe und offen drauf ist! Oje! Aber ich finde auch, dass er offen lässig aussieht. Ich überlege mir noch was zum Thema Verschluss, alternativ zur Masche...

Ja, liebe Susanne, ich denke auch, dass so ein Mantelschnitt ein längerer Prozess ist. Jeans ist ein ganz guter Vergleich!

Christina, ich wünsch dir für deinen Mantel, dass du eine Lösung findest, mit der du zufrieden bist! Kannst du das Futter vielleicht noch um den einen Zentimeter verlängern? Gutes Gelingen!

lg Selina

Anonym hat gesagt…

Hello,

Urgeil du bist aus Wien. Auf der Suche nach einem sehr weich fallenden 100 %igen Fischgrätwollstoff bin ich auf dich gekommen. Also zum Mantelanpassen für deine Größe kann ich dir die Schneiderin Elisabeth Blaim in der Ungargasse empfehlen. Sie macht auch Schneiderkurse in Schrems bei Gea oder verlangt privat so ca 10 € pro Stunde.
Ich habe mit Ihr einen alten Herrenmantel aus Kaschmir und Wolle aus den 90ern in ein super cooles zeitloses Stück verwandelt.

lg
Erika aus Wien