19nullsieben

19nullsieben ist ein DIY Blog aus Wien.

T-Shirts im Stoff-Mix


Sind sie nicht schön, diese Musterstoffe? Bei mir bin ich mit gemusterten Stoffen ja sehr zurückhaltend, außer bei Streifen. Was mir aber auch an mir gefällt und ich ganz wunderbar an Kindern finde, sind gemusterte und unifarbene Stoffe kombiniert. Netter Nebeneffekt: Auch Stoffreste lassen sich so super vernähen, überhaupt bei Kindershirts.



Hier habe ich für die Töchter meiner Freundin Leiberln zu ihren Geburtstagen genäht. Dunkelblauer Bio-Jersey mit ebensolchen Musterstoffen kombiniert. Einmal diese superlieben Windräder in weiß auf marine und einmal ein grafisches Muster aus dem ehemaligen Stoffbüro, ein Design von Änni Sews. Ich weiß gar nicht, welche Kombination mir besser gefallt - sie sind beide einfach so hübsch.



Genäht habe ich T-Shirts aus dem Klimperklein-Buch "Klimperklein - Nähen mit Jersey für Kinder". Den Schnitt habe ich schon öfters für J genäht, einfach immer wieder toll. Ein ganz klassisches, luftiges Shirt, das man auch mit Passe nähen kann, wie ich es hier gemacht habe. 


Viel Freude mit euren Leiberln! Auf dass sie euch lange begleiten! :)

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T-Shirts
Schnitt: T-Shirt mit Passe aus dem Buch "Klimperklein - Nähen mit Jersey für Kinder" von Pauline Dohmen
Stoffe: Jersey marine von Albstoffe, Bündchen marine von Albstoffe, Jersey Grafik-Druck blau-weiß, alle übers stoffbüro; Jersey Pinwheels marine von Biostoffe.at (Affiliate Links zu Biostoffe.at)

I did it OHLALA!


Wir stehen am Ende der heurigen Fashion Revolution Week. Eine Woche, in der es gilt, auf die Produktion von Textilien und als Selber-Näherin wohl auch auf die Produktionsbedingungen von Stoffen aufmerksam zu machen. Ich habe viel Spannendes dazu gelesen und gesehen, Einblicke in Stoffproduktionen gewonnen und viel nachgedacht.

Mit dem selbst Nähen - was auf einen sehr sehr großen Teil meiner Kleidung zutrifft - setzt man dem schrecklichen Zustand der Textilindustrie ja schon was entgegen. Bei den Stoffen und Materialien lege ich Wert auf eine biologische und nachhaltige Produktion, regionale Stoffe - wie das Leinen aus Kärnten oder Oberösterreich - finde ich schlichtweg genial! Ich muss zugeben, dass ich nicht ausschließlich nachhaltige Stoffe und Zubehör kaufe, aber mittlerweile machen diese Stoffe den größten Anteil meiner vernähten Stoffe aus. Natürlich sind diese Stoffe teurer als herkömmliche, aber mir ist das wichtig. Verbunden mit der Überlegung, was ich bzw. wir wirklich brauchen, geht sich das für mich gut aus.


Ich möchte euch heute eines meiner aktuellen Lieblingsoutfits zeigen. Wo fange ich an? Am besten bei der Hose. Hosen nähen ist für mich ein eher schwieriges Unterfangen, da ich selten ohne Änderungen in einen Schnitt passe. Dieser Schnitt mit seinem tiefen Schritt, den Bundfalten und dem Gummibund oben stimmte mich sehr positiv, dass mir die Hose ohne großartige Änderungen passen wird. Und der Schnitt hat mich nicht enttäuscht - im Gegenteil, es ist eine Hose entstanden, die ich seit dem ersten Tag rauf und runter trage. Der Schnitt ist von Claire Massieu, heißt Courant und ich habe ihn letzten Sommer im Croundfunding der beiden Designerinnen für ihre erste Kollektion "La vie en ohlala" erstanden. Zu den gewählten Schnitten habe ich feine Etiketten bekommen, die ich in meine entstandenen Stücke einnähen kann. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich das Etikett sehe, ich finde es nämlich sooo schön!


Die Hose ist echt super! Ich habe sie aus einem total schönen Bio-Chambray in der Farbe Tabak, gekauft bei den Biostoffen aus Wien, genäht. Der leichte Stoff ist aus tabak und schwarz gewebt und hat so einen total schönen sanften Schimmer. Und er trägt sich echt unglaublich gut! Das Nähen klappte einwandfrei, der Schnitt ist raffiniert aber keineswegs kompliziert zu nähen. Was mir auch sehr gut daran gefällt ist, dass man die Hose sowohl aus Jersey als auch aus feinen oder festen Webstoffen nähen kann. Damit ist man mit einem Schnitt sehr flexibel im Look, den man haben möchte.


Sowohl die Farbe als auch der Schnitt sind erstaunlich kombinationsfreundlich. Es passen sowohl figurnahe Shirts, kastige Blusen als auch klassische T-Shirts dazu, drüber gehen Pulli, Cardigan wie Blazer.

Farblich passen blau, schwarz, taupe oder weiß perfekt - damit sind wohl 80 Prozent meiner Oberteile abgedeckt. Auch grün und türkis kann ich mir gut vorstellen, einzig grau passt von meinen Teilen nicht wirklich.

Diese vielen Kombinationsmöglichkeiten sind für mich total praktisch und ich finde so sinnvoll, denn ich möchte möglichst viele meiner Teile einfach dazu anziehen können und gut aussehen! :-)


Hier trage ich ein Swag-T-Shirt aus der Feder des Wiener Labels Fashiontamtam dazu, genäht aus einem der letzten Stoffe aus dem Stoffbüro. Streifen in meerblau und weiß, mit passendem Bündchen in meerblau. Bio-Qualität, designed und produziert in Deutschland. Den Schnitt des Shirts habe ich euch schon im November 2018 bei der 19nullsieben-Festwoche vorgestellt und ich liebe ihn noch immer. Einfach ein Klassiker, und dann noch mit Streifen. Hach!


Der Schal, den ich trage, hab ich auch aus einem Stoffbüro-Jaquard genäht, ebenso bio, designed von Petra Wünsche aka Pedilu und produziert von Albstoffe in Deutschland, exklusiv fürs Stoffbüro. Der Loopschal ist schon seit recht langer Zeit sehr oft im Einsatz, ich mag ihn total gerne.


Ja und die Jacke! Das ist ein Lisbon-Cardigan, den ich etwas verlängert habe. Vernäht habe ich Merino-Jersey und da wollte ich rundum gut gewärmt sein. Den Stoff habe ich bei Extremtextil gekauft. Ein Shop, den ich für Outdoor-Stoffe sehr schätze und auch die Merinostoffe sind ein Hammer. Die dünnsten Merinojerseys sind ein absoluter Wahnsinn (ich werde sie euch nochmal extra vorstellen) aber auch dieser hier, mit 270 Gramm schon recht dick und gut wärmend, ist kuschelweich und kratzt null. Wirklich null. Nicht mal das empfindliche Kind!

Die Merinostoffe von Extremtextil sind, soweit ich weiß, mit keinem Nachhaltigkeits-/Bio-Label ausgezeichnet. Gerade bei Merinowolle ist Mulesing ja ein großes Thema... Aber auf der Website steht in der Produktbeschreibung, dass der Hersteller sich bei der Tierzucht und bei der Produktion Nachhaltigkeit, ethische Verantwortung und Umweltfreundlichkeit oauf die Fahnen geschrieben hat. Also hoffe ich, dass ich hier ein gutes Produkt trage - ich habe mir aber vorgenommen, da nachzufragen und den Produktionsbedingungen auf den Grund zu gehen!


Die Qualität der Merinowolle ist jedenfalls großartig. Ich trage den Cardigan seit einem Jahr sehr intensiv - man sieht es ihm nicht an! Und dass ich den Schnitt vom Lisbon-Cardigan liebe, muss ich euch wahrscheinlich nicht erzählen. Ich hab euch ja schon ein paar Exemplare gezeigt. Als Anstecker trage ich das Logo des Österreichischen Frauenvolksbegehrens aus Holz, ein ganz tolles Teil von Waldstück aus Österreich. Auch ein wichtiges Thema.


Und hiermit schließe ich zur Fashion Revolution Week. I made my clothes, I did it ohlala, Waldviertler made my shoes und ich habe eine Idee, wo meine Stoffe herkommen.


Hose
Schnitt: Courant von Claire Massieu aus Deutschland
Stoff: Chambray tabak, gibt es derzeit noch mit Pünktchen oder auch in anderen tollen Farben, gekauft bei Biostoffe.at (Affiliate Links zu Biostoffe)

T-Shirt
Schnitt: T-Shirt #swag, kurzarm, von Fashiontamtam aus Wien
Stoff: Jersey von Stoffbüro, in Bioqualität von Albstoffe in Deutschland gestrickt.

Jacke
Schnitt: Lisbon Cardigan von Itch to Stitch, zum Testen kostenlos von der Näh-Connection auf Deutsch bekommen.
Merino Single-Jersey, 270 Gramm pro Quadratmeter, dunkelblau, von Extremtextil

Schuhe
G10 Chui in flachs, von der wunderbaren Österreichischen Firma Gea, die die Schuhe noch in Österreich produziert. Ich finde Passform, Fußbett und Qualität super, die Schuhe tun mir gut. Ich mag Aufmüpfigkeit, Ehrlichkeit und die Philosophie dahinter. Meine haben ein Komplettservice hinter sich, da waren sie wieder so gut wie neu und so trage ich sie nun schon viele viele Jahre! Wenn ihr Schuhe braucht - schaut zu Waldviertler Gea!

Der maschingestrickte Cardigan


Gestern habe ich es schon angekündigt, in meinem Post zum Maschinstricken. Heute zeige ich euch meinen genialen Cardigan aus selbst maschingestrickter Meterware. Aus wunderschönem Musterstoff - ein Fangpatent - aus reiner Merinowolle. Superedel. Kuschelig weich. Schön warm.


Ich habs gestern schon geschrieben. Ich bin nach der Knitting Session nach Hause gekommen und hab mich nicht getraut, zu nähen. Erst nach 2, 3 Wochen habe ich die Stulpen genäht. Aber dann war der Mut verbraucht. Ich traute mich nicht echt über einen Cardigan-Schnitt drüber. Hatte keine genaue Idee, wie ich am besten die Kanten versäubere. Wusste, dass man den Stoff nicht richtig bügeln darf, da sonst das Muster verschwindet und ganz flach wird. Und überhaupt - was, wenn ich den geilen Stoff versaue?! 

 

Zum Glück wusste ich einen Ausweg und der heißt Walter Lunzer. Ich habe einen Termin für seine Stitching Session gebucht und bin mit Stoff und meinen Wünschen losgezogen. Und das war eine gute Entscheidung.



In der Stitching Session haben wir zuerst die Möglichkeiten der Kantenversäuberung besprochen und ausprobiert - um sie dann über Bord zu werfen. Walter hat mich nämlich an die Puppe gestellt und gemeint, ich solle meinen Cardigan der Schneiderpuppe mal aufstecken. An der Puppe drapieren. Und ich sags euch, das ist genial! So ist dieser fantastische Schalkragen, der aus dem selben Stück ist wie die Vorderteile, entstanden, der so beim Stricken gar nicht geplant war! So haben wir festgestellt, dass wir die vordere Kante gar nicht versäubern müssen, da sich der Strick wunderbar einrollt. So ist mein Einzelstück mit unterschiedlich langen Vorderteilen entstanden.


Der längere Vorderteil ist im unteren Teil glatt gestrickt, das hatte ich für den Start vor dem Muster ausprobiert. Und an der Puppe hat das so genial ausgeschaut, dass ich es gleich so gelassen habe. Also schon versäubert, aber in der Länge unterschiedlich. Ebenso, also Ausgleich, die Ärmel. Der lange Ärmle auch in Kombination mit Muster und glatt gestrickt. Wenn es kühl ist, trage ich am Dreiviertelärmelarm meine Stulpen, im Frühling gehts auch so.


Ich freue mich extrem, dass in der Stitching Session so ein besonderes Einzelstück entstanden ist. Ich hab echt eine große Freude damit! 

Und für euch hab ich noch eine Überraschung: Falls ihr morgen oder übermorgen zum Schneiderei-Markt #Werbung. Ich bin eingeladen# geht - was ich euch wärmstens empfehle -, solltet ihr euch ein Exemplar des kostenlosen Magazins "Die Schneiderin" sichern. Da gibts noch was zum Thema! ;-)


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Stitching Session von Walter Lunzer
Info zu den genialen Stitching Sessions gibts hier, Anmeldung hier. Leider - aber ich kanns verstehen - sind die Termine für die nächste Zeit schon ausgebucht. Das war zu meinen Brautkleid-Zeiten noch anders. Aber die Stitching Sessions und Walter Lunzer sind genial, da zahlt sich das Warten auch aus. ;-)

Knitting Session von Veronika Persché
Hier gibts alle Infos zu den Knitting Sessions, hier gehts zu den nächsten, meist sehr begeehrten, Terminen. Veronika Persché veranstaltet ein paar Mal im Jahr ihre Knitting Sessions, es gibt aber auch andere Workshops mit ihr. Checkt das gleich auf ihrer Website!

Vom Maschinstricken


Im Herbst habe ich bei Veronika Persché eine Knitting Session besucht. Stricken auf der Strickmaschine. Das war mein Geburtstagsgeschenk und es hat mir riesige Freude bereitet. Allein das Atelier von Veronika ist großartig. Viele verschiedene Strickmaschinen, Wolle farblich sortiert, gestrickte Wandbehänge, Strickstoffe... ich hab das Arbeiten in dieser ansprechenden Atmosphäre sehr genossen.


Am Mittwoch Abend gab es für uns - neben mir waren noch drei andere Frauen dabei - eine Einführung ins Maschinstricken. Die anderen hatten schon Erfahrung, alle besaßen selbst eine Strickmaschine und wollten mehr Vertrauen ins Tun bekommen oder wichtige Tipps und Tricks der Expertin einholen. Ich hatte bis dato noch nicht mal eine Strickmaschine aus der Nähe betrachtet - war also sehr neugierig. 


Am Donnerstag kaufte ich mir Merinowolle, 1000 Meter ganz feinen Faden in Anthrazit melange. Ich wollte mir Meterware für einen Cardigan stricken. In einer besonderen Farbe, in der ich nicht überall eine Strickjacke bekommen würde, die aber dennoch alltagstauglich ist und die ich viel tragen würde und gut kombinieren kann. 

Am Freitag Abend ging dann das Stricken los. Also nein, zuerst musste ich mir ein Muster aussuchen. Das fand ich recht schwierig, weil man da in einem Heft das Strickmuster auf einen kleinen Fläche sieht, in einer außergewöhnlichen Farbe... blassgelb, apricot oder babyblau. Ich habe ein so genanntes Fangpatent gewählt, das schaut in dem Heft so aus, wie ihr es hier unten seht, nur ein viel kleinerer Ausschnitt.


Die Rückseite schaut ganz anders aus, die besteht aus dreidimensionalen Rauten, was ich extrem toll finde. So habe ich bei meinem Cardigan diese Seite als rechte Seite gewählt. Beim Stricken auf der Maschine muss man allerdings schon einiges gestrickt haben, damit man diese Seite sehen kann, die ist nämlich auf der Unterseite beim Strickstück. 

Gestrickt habe ich Freitag Abend und am Samstag einige Stunden und das machte wahnsinnig viel Spaß! Das gewählte Muster wählt man bei der Strickmaschine aus und dann muss man nur mit dem Schlitten hin- und herfahren und das Muster entsteht von selbst. Faszinierend! Und wie schnell das geht, ich bin total hin und weg! Außerdem: Veronika ist eine tolle Frau, wahnsinnig kompetent, erfahren und so begeistert bei der Sache. Ansteckend begeistert! Ich glaube, wenn wir unseren Hof im Weinviertel mal halbwegs saniert haben, werde ich mir eine Strickmaschine zulegen. Denn so ein Stück braucht ja doch einiges an Platz. Man kann eine Strickmaschine zwar recht klein zusammenklappen, aber ich bin nicht der Typ, das alles immer her- und wieder wegräumt. Also brauche ich einen Platz, an dem das Maschinchen fix stehen kann. Aber erstmal träume ich noch!




Auf dieser Strickmaschine sind nicht nur einige Meter Strickstoff für meinen Cardigan entstanden (in einer Breite zwischen 40 und 60 cm, je nachdem für welchen Schnittteil das gedacht war). Sondern auch noch Stoffe für Stulpen. Da habe ich ein Norwegermuster gewählt und ein blassgelbes Woll-Viskose-Garn von Veronika zu meinem grauen Merino kombiniert. Ein umwerfender Stoff, finde ich! Ich liebe diese Stulpen!


Der Stoff für den Cardigan wurde so edel, dass ich mich nicht drüber traute, ihn alleine zu vernähen. Also war ich bei Walter Lunzer in seiner Stitching Session und habe mir Unterstützung geholt. Und das hat sich absolut ausgezahlt, der Cardigan ist toll geworden. Davon könnt ihr euch morgen überzeugen!

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Knitting Session von Veronika Persché
Hier gibts alle Infos zu den Knitting Sessions, hier gehts zu den nächsten, meist sehr begeehrten, Terminen. Veronika Persché veranstaltet ein paar Mal im Jahr ihre Knitting Sessions, es gibt aber auch andere Workshops mit ihr. Checkt das gleich auf ihrer Website!

Outfit des Tages ... mit Unterhose


Ich hab für J schon einige seiner ersten Unterhosen genäht. Die habe ich euch damals auch schon gezeigt und ich musste lachen, als ich gerade eben festgestellt habe, dass zwei der Unterhosen noch immer im Einsatz sind. Zwar schon knapp und eine schon löchrig, aber ich durfte sie noch nicht aussortieren.

Nun sind neue Unterhosen dazu gekommen. Anja und Brid von Studio Schnittreif haben nämlich ihren John jr-Schnitt überarbeitet und da habe ich gerne gestestet. Hier seht ihr ein Exemplar nach dem neu überarbeiteten Schnitt, wie er  seit heute als E-Book zu haben ist. Ich finde, dass die Unterhose toll sitzt, beim Zwickel ist weniger Stoff als zuvor, die Short sitzt eng aber es zwickt nichts, die Leibhöhe ist gut und das Kind überglücklich mit seiner coolen Unterhose mit dem Glitzergummi!




Dazu trägt J gerne sein Hochzeitshemd und ein feinstes Merino-Shirt drunter. Da fällt mir ein, dass ich euch noch nie unsere Merino-Shirts gezeigt habe... Ahhh, das muss ich jetzt echt mal machen, dann gibts auch mehr dazu! Nur soviel: Der Stoff ist unfassbar! Weich, kuschelig, glatt und nicht mal irgendwie kratzig! Gern trägt J auch die geschenkte Hose, die ich kürzlich geflickt habe. Inspiration und Anleitung dazu habe ich auf Instagram bei @Thuunlimited gefunden. Eine Heldin, deren Mission es ist, Kleidungsretter_innen aus uns zu machen. Ich würd sagen: Mission erfüllt! J war anfangs skeptisch ob meiner Stickerei, aber jetzt mag er sie!

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Unterhose
Schnitt: John jr. von Studio Schnittreif, Größe 122/128. Gibts übrigens auch in der Kombi mit der Männer-Unterhose John! Der aktualisierte Schnitt wurde mir zum Testen zur Verfügung gestellt. (Werbung)
Stoff: Schwarzer Jersey von Biostoffe.at (Affiliate Link - Werbung)
Gummi: Gummiband von Lieblingsstücke

Hemd siehe hier, es ist ein Michelhemd nach Fabelwald-Schnitt

Merinoshirt
Schnitt: Schmales Shirt, allerdings mit kurzen Ärmeln von Klimperklein. Aus dem Buch "Klimperklein - Nähen mit Jersey" von Pauline Dohmen.
Stoff: Allerfeinster Merinojersey in blau, 170 g/qm von Extremtextil

Hose geschenkt bekommen, nach vielen Einsätzen selbst geflickt.

Frühlingsmantel und einiges zu Lernen



Schon seit langem möchte ich mir einen neuen (Winter)Mantel nähen. Einen dicken Wollstoff hätte ich schon zuhause - wenn nur nicht die Frage nach dem idealen Schnitt wäre. Im Herbst habe ich mir dann noch bei Zuleeg einen German Wool Tweed gekauft, mich endlich für einen Schnitt entschieden und einen Frühlingsmantel draus genäht. Und viel dabei gelernt. 

Aber vorweg: Ich finde den Mantel trotz aller Learnings tragbar und tue das auch mit Freude!


Genäht habe ich eine Jacke Marit aus dem La Maison Victor September/Oktober 2018, wobei ich ja die Länge eher als Mantel bezeichnen würde. Auf den Fotos und der technischen Zeichnung schaut der Mantel leicht A-förmig aus, eine Silhouette, die meiner Figur sehr entspricht. In echt ist das Ganze an mir allerdings sehr kastig und riesig, obwohl ich rund um die Hüfte auf die größere Größe geschwenkt bin, was die A-Silhouette ja verstärken müsste. Ich habe jedenfalls wieder mal festgestellt, dass mir solche kastigen Mäntel, so gut sie mir gefallen, nichts für mich sind. Ich brauche Mantelschnitte, die die Taille betonen. Und lieber keine überschnittenen Schultern (Von denen ich übrigens schon was weg genommen habe). Das wäre das erste Learning.

Daher habe ich bei meinem Mantel nicht die vorgesehe Knopfleiste gemacht, sondern einen Gürtel angebracht, mit dem ich den Mantel schließen kann, die Vorderteile überlappen dann. So wird meine Taille betont. Nachdem da dann recht viel Stoff ist, schaut das - so musste ich auf den Fotos feststellen - mäßig vorteilhaft aus. 

Vielleicht trägt zu diesem Oversitze-Feeling auch bei, dass ich wahrscheinlich einen dünneren Stoff vernäht habe, also von LMV vorgesehen. Denn ich habe mich genau an die Maßtabelle gehalten und so oversized schaut der Mantel an anderen nicht aus. Nächstes Learning zur Stoffwahl: Ganz genau schauen!



Bei meiner gekauften Winterjacke habe ich festgestellt, dass mir das mit den nun längeren Haaren, Schal und Kragen oder Kapuze schnell zu viel wird. Also habe ich den vorgesehen Kragen bei meinem Mantel weg gelassen. Und ich habe rausgefunden, dass das eine kragenlose Jacke/Mantel super für mich ist. Wenn es windig oder kühler ist, trage ich einen Schal oder ein Tuch dazu und es gibt trotzdem kein riesen Gewurschtel. Erfreulich!



Mit dem tollen Fischgrat-Wollstoff von Zuleeg, gewebt in Deutschland, kam dieses tolle Webettikett (nennt man das so?) mit. Mit solchen Dingen kann man mich mächtig beeindrucken, das muss ich sagen. Voller Freude hab ich dieses Label also in meinen Mantel genäht.

Dann habe ich gelernt, ein Futter hinzuzufügen. Der Schnitt sieht nämlich kein Futter vor, ich wollte aber unbedingt eins haben. Schon allein, damit ich den vorhandenen flaschengrünen Futterstoff mit seinem Perfect Match, dem Tweed, vereinen konnte. So kommt hier also auch noch #12ausdemstoffregal von Tweed&Greet in Spiel. Denn im Februar - da habe ich den Mantel zumindest genäht, auch wenn der Blogpost erst jetzt kommt - drehte sich alles um "Füreinander gemacht". Wer, wenn nicht diese zwei?


Nun mache ich mich also auf die Suche nach meinem (!) Mantelschnitt. Denn auch wenn ich den Mantel trage und mich wohl darin fühle - perfekt ist er für mich nicht. Was wäre perfekt? Tailliert, vielleicht ohne Kragen, wobei für tiefsten Winter auch eine Kapuze praktisch wäre. Oben und unten sollte man leicht zwischen den Größen wechseln können zwecks individueller Anpassung auf meinen Körper. Und wenn möglich mit weniger als 30 einzelnen Schnittteilen. Der Mantel soll schließlich bis zum Herbst fertig sein! ;-)


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Frühlingsmantel
Schnitt: Jacke Marit, La Maison Victor, September/Oktober 2018. Mit Änderungen, siehe Text.
Stoff: German Wool Tweed, Farbe Schneewittchen, von Zuleeg.
Accessoire: Ansteck-Pin für begeisterte Zeichner_innen von Sketchnote Love.

Als Mauersegler im Fasching


 J hat schon im Herbst begonnen zu überlegen, als was er sich im Fasching verkleiden möchte. Recht bald ist er dann auf einen Mauersegler gekommen, weil die so schnell fliegen können, im Sturzflug mehr als 200 km/h. Sehr beeindruckend, muss ich zugeben! ;-)

Bei diesem Wunsch ist er dann über Monate hinweg geblieben und ich habe die Herausforderung angenommen. Zuerst mehrere Entwürfe gezeichnet, recherchiert, mich mit J ausgetauscht und langsam hat alles Form angenommen.


Erstmal hat J ein schwarzes Kurzarmshirt angezogen, das hatte ich ihm im Vorjahr für das Rauchfangkehrer_innen-Fest im Kindergarten genäht. Dann habe ich ihm eine Mottis Skinny-Jeans aus schwarzem Stretch-Jeans genäht. Die sitzt diesmal wirklich ziemlich knackig, aber es sollte so sein. Denn "ein Vogel hat ja ganz dünne Beine!" Soweit ist das Kostüm also wieder alltagstauglich, was mir doch wichtig ist, bei der Arbeit und vor allem den hochwertigen Materialien, die da drinnen stecken. 


Die Maske hatte J in seiner Verkleidungskiste. Ich habe nur aus schwarzem Tonpapier den Schnabel dran gebastelt. Schaut echt supercool aus!

Und dann braucht so ein Mauersegler natürlich Flügel. J wollte echte Federn haben oder zumindest einen Stoff mit Federn drauf. Ich wollte nicht überall Federn herum liegen haben und einen fertigen Stoff habe ich nicht gefunden. J war zuerst sehr skeptisch meinem Plan, die Federn aufzumalen, gegenüber. Aber als er das fertige Ergebnis gesehen hat, war er total berührt und überglücklich und hat mir als Dankeschön sogar was geschenkt! Hachtz!

Die Flügel habe ich ähnlich wie einen Bolero genäht. Konstruiert mit einem Shirt-Schnitt mit dem Rückenteil und den Ärmeln. Und dann natürlich die für den Mauersegler typischen Schwanzfedern dazugeschnitten. Den Halsausschnitt und die Ärmel-Kanten habe ich mit einem Bündchen eingefasst. Die Schnittkanten einfach mit der Overlock versäubert, so rollt sich nix ein und der Aufwand hält sich in Grenzen.


Das Kostüm ist bei Js Kindergarten-Freund_innen auch sehr gut angekommen, ich hab gleich jede Menge Bestellungen bekommen! Hehe!


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Hose
Schnitt: Mottis Jeans slimfit, von Made for Motti
Stoff: Schwarzer Jeans mit Elastan aus dem Stoffsalon

Mauersegler-Umhang
Schnitt: selbst konstruiert
Stoff: Schwarzer Jersey aus dem Stoffsalon

Mein Kleid mit Struktur


Mein Stofflager. Es ist groß. Vielfältig. Umfangreich. Geliebt. Im Resteverwerten bin ich mäßig gut. Im Ablehnen von geschenkten Stoffen schlecht. Aber ich kaufe seit langer Zeit nur mehr Stoffe für konkrete Projekte in genauer Menge. Diese Projekte nähe ich auch, wenn auch nicht immer zeitnah.

So geschehen mit diesem wunderschönen Struktur-Jacquard in Bio-Qualität.

Ende letzten Jahres hat Selmin von Tweed&Greet die Challenge #12ausdemstoffregal verkündet. Jeden Monat wirds ein Thema geben, nach dem wir unser Stofflager durchforsten können. Und Pläne schmieden, sich Inspiration holen, was draus nähen, was in Angriff nehmen. Es geht nicht darum, Stoffe abzubauen oder sich ein Stoff-Kauf-Verbot aufzuerlegen, sondern es geht bei der Challenge darum, Schätze vor den Vorhang zu holen!

Für den Jänner hat Selmin das Thema Struktur ausgewählt. Ein sehr passendes Thema für den Jahresanfang! Und ich habe das Thema zu Anstoß genommen, dieses Hoodie-Kleid zu nähen.
 

Den Stoff, es ist ein Bio-Jacquard von Albstoffe, hab ich im Herbst bei den Biostoffen gekauft. Den Plan habe ich gefasst, weil ich mein blaues Hoodie-Elsenkleid sehr gerne trage und dieser Diamond-Strukturstoff wirklich genial ist. Ich hab für J ja letztes Jahr seinen Faschingskostüm-Dinosaurier-Hoodie aus dem Stoff in grün genäht und der ist nach vielen vielen Wäschen noch immer wunderschön! Also mach ich nun mit dem dreidimensionalen Diamanten-Muster in dunkelgrau auf Ringelnatter oder so! :-D

Genäht habe ich eine Else von Schneidermeistern. Mit tiefem Ausschnitt, überlappender Kapuze und Joggingrock-Saum. Hübsch, bürotauglich und sehr bequem. Wenn´s sehr kalt ist, mit Merino-Unterkleid und sonst mit ein, zwei Schichten drüber. Ich trage es gern und freu mich, über den Anstubser der #12ausdemstoffregal-Challenge! Schaut nun mal hier bei Selmin gibts einerseits ihre coole Samthose und andererseits die gesammelten Beiträge zur Challange! Wow, sag ich nur! ;-)

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Kleid
Schnitt: Else 7 auf einen Streich von schneidernmeistern. Gibts in limitierter Auflage auch als wunderschönes Papier-Schnittmuster.
Stoff: Diamond Knit-Jacquard, dunkelgrau, aus der Hamburger Liebe-Kollektion Pattern Love, von den Biostoffe.at. (Affiliate Links)

Le Retro für den Mann


Ja. Unterhosen zu fotografieren üb' ich noch. Aber bis zu schönen, ansprechenden Ergebnissen in feinem Ambiente wollte ich euch nicht warten lassen, bis ich euch von diesem Schnitt erzähle! ;-) 

Im Snaply-Magazin vom Oktober 2018 gibts ein kostenloses Schnittmuster von Petra von Pedilu: Le Retro ist eine enge Herren-Unterhose, die wirklich sehr gut sitzt! Ich durfte den Schnitt Probenähen und schon die Probenäh-Exemplare haben sich so bewährt, dass nun Nachschub einziehen durfte.

Bildunterschrift hinzufügen


Einmal in schwarz mit schwarz-goldenem Gummiband und einmal in rot mit einem edlen Marine-Gummiband. Ich finde diese Kombis superschick und freue mich, dass ich da freie Hand in der Auswahl habe! Solche Shorts sind auch praktisch, um Stoffreste zu verbrauchen. Natürlich braucht man schon eine gewisse Menge an Stoff, aber man könnte ja auch Stoffe miteinander kombinieren oder zumindest den Zwickel innen aus einem Kontraststoff machen. Wenn es die Stoffmenge bzw. das Format meiner Reste zulässt, verzichte ich bei Le Retro gerne auf die Seitennaht. Minimal mehr gewurschtel beim Nähen, aber noch einen Tick bequemer vielleicht.


Also: Volle Empfehlung und ein großes Danke an Petra und Snaply für den kostenlosen Schnitt von Le Retro. Und falls ihr einen Mann auch noch anderwertig beschenken wollt: Petra hat in der Dezember-Ausgabe vom Snaply-Magazin einen weiteren kostenlosen Schnitt veröffentlicht: Die ziemlich ausgeklügelte Schürze Le Cook. So eine könnt ich auch gebrauchen! ;-)

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Unterhose
Schnitt: Le Retro von pedilu; über Snaply.
Stoffe und Zubehör: Stoffe aus meinem Fundus; Gummibänder von den Lieblingsstücken.