Abschied von daWanda

Kommentare

Im Februar hab ich hier ja schon mal geschrieben, dass mein daWanda-Shop nicht gerade gut läuft. Ich hab einige Tipps und Ratschläge von euch bekommen und über das ganze hier auch nochmal geschrieben. Damals habe ich beschlossen, mich wieder dahinter zu klemmen und regelmäßig neue Dinge zu nähen und online zu stellen. Das hab ich gemacht ... und von Februar bis April nichts über daWanda verkauft, im Mai 1 Stück, im Juni null, im Juli wieder 1 Produkt und seit dem wieder nichts. Zeit für eine Verabschiedung also.

Ich war anfangs schon recht enttäuscht und konnte diese Entscheidung nicht treffen, weil doch ein Stück meines Herzens an dem Shop hing. Aber mittlerweile ist das oke für mich. Ich hab mich damit abgefunden und auch keine Lust mehr, da noch weiterzumachen und Zeit und Herz reinzustecken. Ich habe festgestellt, dass ich bei daWanda einfach nicht (mehr) die Menschen finde, die meine Produkte kaufen möchten.

Ich hab einige Ideen im Kopf, was Gründe dafür sein könnten ... (nichts davon soll auch nur irgendwie eine Kritik an daWanda sein, die Zusammenarbeit mit daWanda hat auch immer total reibungslos funktioniert) ich finde, dass es auf daWanda einfach schon sehr sehr viele Shops gibt und es zunehmend schwieriger ist, einen Überblick zu bekommen und Produkte zu finden, die einem gefallen. Da kann ich persönlich auch gut nachvollziehen, dass man lieber einen Shop wählt, der schon hunderte oder tausende Verkäufe verzeichnen kann, der in Newslettern beworben wird, was ich auch nachvollziehen kann, dass daWanda gut laufende, professionelle Shops bewirbt, die sind ja schließlich auch Aushängeschild für die Plattform. Und sollen potenziellen VerkäuferInnen Lust aufs Mitmachen machen. So funktioniert Marketing.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht und auch von anderen VerkäuferInnen gehört, dass es immer mehr KäuferInnen gibt, die das ganze nicht so ernst nehmen. Die also einen Kauf tätigen und ihn am nächsten Tag stornieren. Was ja ihr gutes Recht ist, aber trotzdem wäre es netter, wenn sie sich das vor dem Kauf überlegen, ob die das Teil wirklich kaufen wollen und dann einigen Leuten Arbeit und Enttäuschung ersparen würden. Oder die etwas kaufen und das in Deutschland in 5 Tagen schon verschenken wollen. Das ist einfach nicht möglich, da ich ja erst nach Eingang der Zahlung auf meinem Konto verschicke und die Post dann 2 bis 4 Werktage braucht.

Das Klima hat sich in den letzten gut 2 Jahren auch geändert, unter den daWanda-KäuferInnen. Anfangs war das noch ziemlich persönlich, wenn jemand etwas gekauft hat, man hat sehr nett mit den KäuferInnen kommuniziert, ein schönes Feedback bekommen. Doch im Laufe des letzten Jahres hat diese persönliche Kommunikation doch recht abgenommen. Beispielsweise war es dann so, dass einige KäuferInnen - trotz meiner Bitte darum - nicht mehr Bescheid gesagt haben, dass das Paket angekommen ist und auch keine Bewertung abgegeben haben. Dabei lebt eine Plattform wie daWanda ein gutes Stück weit von positiven Bewertungen der Käufer- und VerkäuferInnen.

Außerdem hat die Österreichische Post die Tarife mit Mai 2011 deutlich erhöht und das Prinzip umgestellt. Ging es früher primär ums Gewicht, zählt jetzt vielmehr die Dicke des Pakets. Ich kann nun aber keine Anhänger aus Ton dünner als 0,5 cm einpacken, da sie ohne Noppenfolie bestimmt kaputt werden und damit kostet z.B. dieser superliebe Anhänger 2,50 Euro und die Versandkosten nach Deutschland betragen 4,10 Euro. Wer soll denn das kaufen?

Aber ja, das ist - mittlerweile - echt oke für mich! Den Spaß am Nähen und Handarbeiten habe ich ja trotzdem, das nimmt mir nichts und niemand! Ich kann tolle Sachen für mich und unsere Wohnung nähen, Geschenke für FreundInnen und den einen oder anderen "Auftrag" werde ich wahrscheinlich auch weiterhin bekommen. Wenn ich so drüber nachdenke, ist die Entscheidung, den Shop zu schließen, eine Erleichterung (wie das mit getroffenen Entscheidungen oft so ist) und fühlt sich befreiend an.

Also: Der Shop ist noch so lange geöffnet, wie die Laufzeit der Angote läuft. Einiges endet Anfang Dezember, andere Produkte laufen noch bis Jänner. Mal sehen, vielleicht ziehe ich auch mit Ende dieses Jahres einen Schlussstrich. Jedenfalls möchte ich mich sehr herzlich bei den KäuferInnen bedanken, die in ca. 2 Jahren 42 Produkte von mir gekauft und mir damit ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut, das tat mir gut und ich hab auch schöne Rückmeldungen erhalten!

Adiós und good bye, daWanda! Wobei ich ja bestimmt weiterhin immer wieder mal auf daWanda einkaufen werde.

Kommentare :

glanzstuecke hat gesagt…

Ich finde deine Sachen toll und bin auf weitere Werke gespannt !!!

amberlight hat gesagt…

Da war ich doch gleich mal ganz schnell shoppen ;-) Ansonsten könntest du ja auch noch eine Shopecke hier im Blog einrichten, obwohl ich - selbst DaWanda-Shop-los - den Shop-Bilderwechsler hier immer recht hübsch fand. Macht es den Arbeit den Shop einfach ruhen zu lassen und sich nur über die kleinen verkäufe zu freuen oder ist das dann wirklich eher frustriedend?

Sandra hat gesagt…

Liebe Selina,

ich wollte nur schnell schreiben, dass Du Dir natürlich gerne einen Wolkenbrosche machen kannst. Ich habe da kein Patent drauf ;)

Liebe Grüße,
Sandra

Theresa hat gesagt…

Hallo liebe Selina,

ich kann Dich gut verstehen, geht es mir doch auch immer mal so...
Ich merke auch deutlich, dass die Zahl der Shops zugenommen hat, was dann natürlich zur Folge hat, dass sich mehr Shops die Käufer teilen müssen...
LG
Theresa

Danis-Allerlei hat gesagt…

Hi,
mir geht es ähnlich, nur dass ich noch vor einer Eröffnung stehe und ich immer hin und her überlege, ob oder nicht...
Mein Fazit ist auch eher nicht - zu viele Shops bieten ähnliche Produkte an wie ich.
Ich werde wohl einen kleinen Blogshop einrichten und hauptsächlich direkt vor Ort verkaufen. Da muss ich dann noch nicht mal Provision zahlen (auch wenn die bei daWanda recht günstig ist).
LG und trotzdem weiter viel Spaß beim Werkeln.
Dani

[s.n.] hat gesagt…

tut mir leid, dass es mit deinem shop leider nicht so geklappt hat! :(
aber es gibt sicherlich einige leute in der umgebung, die die sachen auch so bei dir kaufen...! :)

liebe grüße,
sarah.

frau kreativberg hat gesagt…

oh ja. die portokosten. ich könnt jedes mal ausflippen, wenn ich auf der post bin. ein kirschkernfisch nach deutschland kostet schlappe 13 euro *grrrr*... weil er nicht durch ein "postfachschlitz" passt und nicht "maschinell sortiert" werden kann. für mich sind bei onlinebestellung immer die versandkosten ein hindernis. ich will nicht mehr fürs verschicken bezahlen als für den inhalt (obwohl die verkäufer ja auch nichts für die portokosten können).
ich könnt mir vorstellen, dass ein kleiner blog-shop vielleicht doch auch eine alternative ist. oder du machst einen tauschblog ;)
alles liebe. maria

Tinki hat gesagt…

Alles, was Du über Dawanda geschrieben hast, ist mir genauso ergangen, nur das ich schon länger die Sachen aus dem Shop nahm und nun nichts mehr verkaufe - höchstens mal auf spezielle nachfrage. Es gibt zu viele Angebote und man geht darin unter - und in der Problemphase mit den J...wolf... Problemen habe ich mich dann total zurückgezogen, weil ich denke, daß man als Portal auch Stellung beziehen kann. Und das bitte für die schwächeren und nicht für die starken mächtigen!
Also ich wünsche Dir trotzdem viel Erfolg und es ist schön, Deinen Blog zu lesen!
Liebe Grüße Tinki

Herz-und-Leben hat gesagt…

Oh, da schreibst Du was Wahres!
Meine Schwester hat auch einen Shop dort. Ihr ergeht es ähnlich, und auch meine Beobachtungen sind ähnlich Deinen.

Es gibt einfach viel zu viele Shops. Fast jede Bloggerin will irgendwas verkaufen. ... oder gar berühmt werden, in Zeitschriften abgebildet oder ins TV eingeladen werden... da frag' ich mich oft auch, was ist das eigentliche Ziel von diesen Frauen? Denn meist sind das Saisonprodukte. Wenn Shabby Chic nicht mehr "in" ist, wird es keiner mehr kaufen. Selbst das, was in diesem Jahr angesagt ist, will keiner mehr im nächsten ...

Und nur für so ein bißchen Anerkennung - das könnte man doch auch auf anderen Wegen erlangen, ohne daß man da noch draufzahlen muß!

Und dann diese Eile, ob nun daWanda oder eBay - es ist überall gleich. Oder die, die einfach nicht zahlen wollen oder sich mit Zahlendrehern o.ä. herausreden.

Ich frag' mich ohnehin, wer diese Shops betreibt. Sind das überwiegend Hausfrauen mit Langeweile oder weil sie gern handarbeiten und es ihnen egal ist, wenn unterm Strich kaum etwas dabei herauskommt - also Verkaufen mehr wie einen Freundschaftsdienst betrachten? Oder sind es Hartz IV-Empfängerinnen, die sich damit einen neuen Job schaffen wollen, was meist doch nicht gelingt, da unterm Strich zu wenig zum Lebensunterhalt herauskommt? Schon erstaunlich, denn rein rechnerisch muß man sich doch im Vorfeld schon vorstellen können, ob sich die ganze Sache überhaupt rentiert.
Die wenigsten können wohl von daWanda leben.

Ich wünsch' Dir dennoch weiterhin viel Glück und lasse liebe Grüße hier
Sara

19nullsieben hat gesagt…

Hallo Sara,
danke für deinen Kommentar. Ich persönlich glaube, dass es die wenigsten sind, die einen Shop eröffnen und denken, dass sie davon leben können. Davon Leben kann wohl wirklich nur eine Hand voll, wen überhaupt! Und einen Finanzplan zu machen ist schön und gut, aber den Umsatz wird man nie vorausberechnen können, weder in einem Online-Shop noch in einem Geschäftslokal...
Ich glaube aber, dass sich das bei daWanda über kurz oder lang sowieso von selbst reguliert, also dass die hunderten kleinen Shop, die nicht gut laufen, zusperren werden und sich das Angebot wieder auf weniger große Shops beschränken wird.

Was ich darüber hinaus interessant finde ist, dass sich daWanda in Österreich noch nicht wirklich durchgesetzt hat. Bei mir haben fast nur Kundinnen aus Deutschland eingekauft und da ist eben die Porto-Problematik zum Tragen gekommen. Bin gespannt, ob sich das noch ändert!

lg Selina

Daniel Münter hat gesagt…

Die Thematik, dass zu einem Dawanda Shop eben doch mehr gehört als nur das herstellen der Produkte besprach ich auch erst neulich mit zwei Bekannten: http://www.daniel-muenter.de/dawanda-als-zweites-standbein-vom-konsumenten-zum-produzenten/

Eustachy Bielecki hat gesagt…

Der Grund für Erfolg bei DaWanda ist richtige Shop-Optimierung. In unserem E-book haben wir ein paar Beispiele und Praktisches gesammelt. Vielleicht es hilft euch auch: http://fachbuch.shoplo.com/ebooks/dawanda-verkaufen-tipps